CMD & Bruxismus

Junge Frau mit Kopfschmerzen

Die wichtigsten Fragen rund um’s Thema CMD und Bruxismus

Was ist CMD?

CMD ist eine Abkürzung für die eine Funktionsstörung (Dysfunktion) zwischen dem Gesichtsschädel (Cranium) und dem Unterkiefer (Mandibula).
Craniomandibuläre Dysfunktion ist aber auch eine Funktionsstörung zwischen dem Kausystem und der Wirbelsäule (Atlas/HWS). Die CMD ist ein multifaktorielles Geschehen, die Symptomatik ist sehr facettenreich. Es gibt kein klares Leitsymptom. Typische Symptome der CMD können sein:

  • Schmerzen: z.B. Kopf- und Nackenschmerzen, Kiefer- und Gesichtsschmerzen, Ohrenschmerzen, Schmerzen hinter den Augen, Empfindliche Zähne
  • Funktions-/Bewegungseinschränkungen: bei Mundöffnung, Probleme lange zu sprechen, bzw. Mund offen zu lassen, Schluckbeschwerden
  • Empfindungsstörungen: Brennen im Mund und im Kieferknochen, Taubheitsgefühl der Zunge, kloßhaltiges Gefühl im Hals
  • Knackgeräusche im Kiefergelenk

Es gibt auch schmerzfreie Patienten, die erst unter den Spätfolgen, wie zum Beispiel Herzrasen, Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwindel, Gleichgewichtsstörungen leiden.
Die CMD kann verschiedene Ursachen haben, wie psychosozial, biochemisch, strukturell.

Der CMD-Dachverband geht von etwa 7 Millionen Betroffenen in Deutschland aus. Aufgrund des geringen Bekanntheitsgrades dieser Krankheit, suchen aber die wenigsten Betroffenen gezielt einen Arzt auf. Das frühe Erkennen ursächlicher Faktoren in jedem Lebensalter ist sehr wichtig, dazu bedarf es eines interdisziplinären Teams.

Wie wird CMD festgestellt?

Am Anfang steht beim Zahnarzt/ CMD-Therapeuten ein „CMD-Screenic“ (CMD-Kurzbefund), um Patienten mit konkreten Erkrankungsverdacht von gesunden Patienten zu unterscheiden.
Aufgrund der Vielfalt und Variation der Symptome, kann man ohne eine Funktionsanalyse in den seltensten Fällen direkt auf CMD schließen.

Was ist eine Funktionsanalyse und wie wird diese vorgenommen?
  1. Klinische Funktionsanalyse
  2. Manuelle Strukturanalyse
  3. Instrumentelle Funktionsanalyse
  1. Bestätigt sich der Verdacht einer Craniomandibulären Dysfunktion erfolgt eine klinische Funktionsanalyse mit einer umfangreichen, speziellen, Sozial- und Schmerzanamnese und Befunderhebung des stomatognathen Systems (Kiefer- und Gesichtsmuskulatur, Nacken- und Schultermuskulatur, Zahnkontakte, Kiefergelenk, Abnutzungserscheinungen an den Zähnen usw.
  2. Die manuelle Strukturanalyse, die dann folgt, untersucht die Muskulatur und/oder die Kiefergelenke unter funktioneller Belastung bei unklaren Schmerzen.
    Als Ergebnis dieser Untersuchungen steht die Diagnose und anschließende Therapie.
  3. Die Indikation für eine instrumentelle Funktionsanalyse ergibt sich aus der klinischen Funktionsanalyse bzw. in der evtl. weiterführenden prothetischen Versorgung des Patienten.

Die Schienentherapie stellt dann in den meisten Fällen den ersten Schritt einer Funktionstherapie dar. Dazu erforderlich sind präzise Abdrücke von Ober- und Unterkiefer und Modelle, ein spezielles Registrat (Zentrikregistrat), sowie das Anlegen eines Gesichtsbogens. Dadurch lassen sich genaue Daten zur Position des Oberkiefers zum Kiefergelenk ermitteln.

Es gibt drei Initialdiagnosen:

  • Störungen des Kiefergelenks (Anthropatien)
  • Störungen der Kaumuskulatur (Myopathien)
  • Störungen der Okklusion (Okkluspathien)

 

Was ist Bruxismus?

Das Wort Bruxismus kommt vom griechischen Wort „Brygmos“ und bedeutet übersetzt Zähneknirschen. Bruxismus ist eine durchs Pressen und/ oder Knirschen der Zähne charakterisierte sich wiederholende Aktivität der Kaumuskulatur. Man unterscheidet zwischen Wach- Bruxismusim Wachzustand, am Tage auftretend und dann den Schlaf-Bruxismuswährend des Schlafens auftretend.
Beim Wach- Bruxismus dem „Pressen“ werden die Zähne mit hoher Kraft zusammengebissen, ohne aneinander zu reiben. Die Beschwerden nehmen tagsüber zu. Erste Anzeichen finden sich oft im Bereich der Eckzahnspitzen und Schneidekanten der Frontzähne.
Beim nächtlichen Zähneknirschen (Schlafbruxismus) fühlt sich der Kiefer morgens oft verspannt an und die Mundöffnung ist eingeschränkt. Oft wird derjenige/ diejenige durch den Lebenspartner auf diese unangenehme Angewohnheit aufmerksam gemacht.

Wie entsteht Bruximus?

Mit zu den häufigsten Ursachen des Bruxismus gehört unbewältigter Stress, psychische und emotionale Anspannungen. Dadurch wird das Zähneknirschen/ Pressen zum Stressventil der Betroffenen. Neben Stress können aber auch schlechtsitzende Zahnprothesen, Zahnbrücken oder Füllungen die Ursache am Zähneknirschen sein. Wie bereits zuvor erwähnt begünstigen Alkohol und Koffein die Entstehung des Zähneknirschens, da sie den Stressfaktor begünstigen und sich die enthaltenen Substanzen auf das Gehirn auswirken. Normalerweise berühren sich die Zähne beim Kauen und Schlucken höchstens 15 min am Tag. Beim Pressen und Knirschen hingegen sind die Zähne häufiger und viel länger in Kontakt. Neben Stress spielen auch andere Faktoren eine Rolle wie Medikamente, Genussmittelmissbrauch, schlafbedingte Atmungsstörungen.

Kann man Bruxismus vorbeugen?

Wollen Sie dem Bruxismus vorbeugen, sollten Sie lernen den Hauptfaktor Stress, so gut wie möglich zu kontrollieren beziehungsweise, zu minimieren. Dazu bieten sich Entspannungsübungen oder Meditationen an bzw. Selbstbeobachtungen. Die Zähne sollten sich nur beim Kauen oder Schlucken berühren, höchstens 15 min. am Tag. Mit Aufklebern (rote Punkte) können Sie kontrollieren, dass sich die Zähne nicht berühren. Kleben Sie die Punkte auf Gegenstände Ihrer Umgebung, z.B. Computer, Handy, Armbanduhr usw. Kontrollieren Sie die Stellung Ihrer Zähne. Sollten Sie die Zähne zusammenbeißen, öffnen Sie den Mund für ca. 10 bis 15 Sekunden. Anschließend schließen Sie den Mund, die Zähne sollten sich nicht mehr berühren. Lippen geschlossen halten. Verzichten Sie auf Kaugummi, wenn Kiefergelenke und Kaumuskulatur schmerzen und auf harte und zähe Nahrung. Anwendung von Kälte bei akuten Gelenkschmerzen, Wärme zur Linderung der Schmerzen im Bereich der Muskulatur und Massagen zur Entspannung. Gymnastik für die Muskulatur und Kiefergelenke sind ebenfalls sehr sinnvoll. Entsprechende Übungen sollten durch einen Physiotherapeuten gezeigt und umgesetzt werden.

Mein Zahnarzt hat mir eine Knirscherschiene vorgeschlagen. Hilft das?

Viele Zahnärzte fertigen den Bruxismuspatienten eine Kunststoffschiene an. Diese wird auch Knirscherschiene oder Beißschiene genannt. Sie verhindert nicht das Zähneknirschen, legt sich aber schützend zwischen die Zahnreihen, um den Abrieb der Zahnsubstanz bei unbewusstem nächtlichem Zähneknirschen zu verhindern. Viele Patienten erhalten aber leider eine unzureichend angepasste Schiene, welche das Knirschen sogar noch begünstigt. Außerdem muss dem Patienten klar sein, dass durch das alleinige Tragen einer Schiene, die Ursachen des Bruxismus nicht behoben werden. Entscheidend für die Wahl einer Knirscherschiene ist die Diagnose. Liegen funktionelle Beschwerden vor, sollte die Schiene schädelbezüglich, funktionell angefertigt, nicht in die Fehlhaltung/ Fehlbelastung integriert und nach Physiotherapie eingeschliffen.

Gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Bruxismus und CMD?

Es gibt einen Zusammenhang zwischen CMD und Bruxismus. Zähneknirschen kann einer der Symptome der Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) sein. Gleichzeitig sehen viele Zahnmediziner Zähneknirschen als Risikofaktor für CMD an. Auf jeden Fall bedingen sich CMD und Bruxismus. Tritt Bruxismus auf sollte schnellstmöglich auf alle in Frage kommenden Ursachen untersucht werden.

Wie wird CMD behandelt?

Patienten und Betroffene mit relativ geringem Leidensdruck sind oft zögerlich, was eine Funktionsanalyse bzw. die darauffolgenden Behandlungen betrifft. Leider gehört die Craniomandibuläre Dysfunktion nicht zu den Krankheiten, die mit der Zeit weniger schmerzhaft werden, geschweige denn leichter zu behandeln. Wie bei vielen Krankheiten gilt auch hier: je früher Sie handeln, umso schneller, leichter und günstiger wird die entsprechende Therapie.

Ablauf der CMD-Therapie

Nach der Funktionsanalyse, der manuellen Strukturanalyse und der Diagnose einer Craniomandibulären Dysfunktion ist in den meisten Fällen eine Schienentherapie, dass Mittel der Wahl und der erste Schritt der Funktionstherapie. Die Schienentherapie dient der Entspannung und Entlastung der Muskulatur und des Kiefergelenks, der Zähne, zur Einstellung der Bisslage und Bisshöhe. Diese sollte bevorzugt nachts und teilweise auch tagsüber getragen werden. Leichte Bissfehlstellungen können durch kleine Korrekturen an der Zahnsubstanz korrigiert werden. Kam es jedoch über einen längeren Zeitraum zu einer Veränderung der Bisslage und Bisshöhe sind dazu erforderlich präzise Abdrücke und Modelle vom Ober- und Unterkiefer, ein spezielles Registrat (Zentrikregistrat), sowie das Anlegen eines Gesichtsbogens. Dadurch lassen sich genaue Daten zur Position des Oberkiefers zum Kiefergelenk ermitteln und ein exakter Aufbissbehelf kann integriert werden. Dieser wird nach physiotherapeutischer, osteopathischer Behandlung korrekt angepasst. Nach einem behandlungsfreien Intervall wird die Schienenposition erneut überprüft.

Sind die Beschwerden abgeklungen, der Patient fühlt sich wohl und es besteht keine weitere Therapienotwendigkeit bleibt der Patient auf seiner Schiene. Sollte nachfolgend die Notwendigkeit bestehen, wird über eine langzeitprovisorische Versorgung die eingestellte Bisshöhe und Bisslage übernommen. Und der Patient mit Langzeitprovisorien (Table Tops) versorgt. Diese sind als feste Schiene anzusehen und können nochmals eingeschliffen und korrigiert werden. Erst wenn der Patient seine endgültige Wohlfühlposition erreicht hat, kann über eine definitive ZE-Versorgung nachgedacht werden, muss aber nicht zwingend notwendig sein.

Leiden Sie unter einem oder mehreren der oben genannten Symptome? Handeln Sie schnell! Vereinbaren Sie noch heute einen Termin zur Beratung und Funktionsdiagnostik in unseren Praxisräumen in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf.

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